Die Gefahren des Populismus

An der aktuellen Situation zwischen der Türkei und der Niederlange lassen sich die Gefahren einer populistischen Politik deutlich erkennen.

Bei Politikern wie auch in den sozialen Medien lässt sich folgendes beobachten: beide Seiten verbreiten Beispiele, gerne aus dem Kontext gerissen über Fehlverhalten der jeweils anderen Seite. Dies dient dann als Beweis, das man selbst angegriffen wird und keine andere Wahl hat, als sich gegen die Aggressoren zu verteidigen.

Daraus entwickelt sich dann eine Eskalationsspirale, die bis zum Gewaltausbruch reicht, wenn es vorher nicht gelingt, auf Basis von Diplomatie und Gesprächen einen Interessenausgleich zu erreichen, mit dem beide Seiten nebeneinander unter einer Akzeptanz der jeweils anderen leben können.

Meiner Meinung nach mach da die deutsche Bundesregierung einen guten Job. Auch unter schwersten verbalen Angriffen bleibt sie besonnen und handelt aus rationalen Erwägungen. Wo würden wir stehen, wenn in Deutschland ein Kanzler vom Kaliber Trump regieren würde? Müssten da unsere Kinder bald wieder in den Krieg ziehen und nicht zur Verteidigung von unserem Leib und Leben, sondern von nicht mehr kontrollierbaren Emotionen sterben?

Leider wird ein ausgleichendes und rationales Handeln von einigen Menschen als Schwäche ausgelegt. Gerne wird dazu auch das Beispiel der leider gescheiterten Appeasement Politik von Neville Chamberlain mit Hitler-Deutschland gebracht. Wenn man da nur gleich Stärke gezeigt hätte, wäre ein Krieg vermeidbar gewesen.

Darüber sollte sich jedoch jeder im Klaren sein, dies hätte den 2. Weltkrieg sicher nicht verhindert, es hätte nur den Ort und die Zeit geändert. Die Ursachen für den 2. Weltkrieg sind im Umgang der harten Politik der Sieger mit dem Verlierer des 1. Weltkriegs zu finden. Erst eine rücksichtslose Vorgehensweise zusammen mit einer Wirtschaftskrise, ähnlich wie wir sie heute erleben, hat den Nährboden für Extremisten angelegt. Diese Lehre haben die die Sieger des 2. Weltkriegs bedacht, nun scheint sie nach einer 70-jährigen Friedensperiode wieder in Vergessenheit zu geraten.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Es gibt immer einen Punkt, an dem man nicht mehr weiter zurückweichen darf, weil man sonst seine Grundprinzipien aufgibt. Doch bis dahin sollte, ja muss man alle Mittel der Diplomatie und der Gespräche ausnutzen, um einen Gewaltausbruch zu verhindern.

Menschen können auch in einer oder nach einer Krise wieder zusammenfinden… wenn sie nicht tot sind.

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