Was stimmt eigentlich nicht bei Euch?

Heute morgen habe ich einen Bericht über Autofahrer gelesen, die nicht nur eine Rettungsgasse ausgenutzt haben, um schneller voranzukommen (und damit nachfolgenden Rettungsfahrzeugen den Weg blockiert haben), sondern die zu Fuss durchkämpfende Rettungskräfte auch noch beleidigt und ausgelacht haben.

Feuerwehr geht gegen Dutzende Rettungsgassen-Blockierer vor

Mein erster Gedanke war, was stimmt eigentlich nicht bei Euch?

Aufreger im Straßenverkehr gibt es genug. Sei es, wenn zum gefühlt hundertsten Mal wieder einer frühzeitig einscheren will, weil sich ein braver Deutscher ja hinten anstellt und damit den ganzen Verkehr blockiert, obwohl das Reißverschlussverfahren schon seit Jahren von den Fahrschulen und den Verbänden propagiert wird. Schwamm drüber…

Ärgerlicher ist es dann schon, wenn an einer Unfallstelle extra langsam vorbei gefahren und gegafft wird. Schön kann man dann aus dem nachfolgenden Fahrzeug erkennen, wie sich die Insassen des Vordermanns zur Unfallstelle rüberbeugen und im schlimmsten Fall auch noch die Handys gezückt und aufgenommen wird. Vor meinem inneren Auge sehe ich dann immer eine Herde Schafe, die blöde glotzend vor sich hin blöken, wenn am Horizont ein Blitz heruntergeht. Gerne nutze ich dann meine Hupe, um ihnen wenigsten ein schlechtes Gewissen einzuimpfen, sicherlich ohne Erfolg.

Aber die Vorfälle aus dem obengenannten Bericht haben eine gänzlich andere Qualität. Da zeigt sich ein Menschenschlag, der bestenfalls über verkümmerte, wenn nicht sogar über gar keine empathischen Fähigkeiten verfügt.

Was ist bei denen eigentlich schief gegangen? Sind diese Menschen einfach seelisch verkümmert? Oder liegt es an einer falschen Erziehung und Sozialisierung? Hatten Sie schlimme Kindheitserfahrungen? Ich weiß es nicht…

Das Schlüsselwort an dieser Stelle ist Empathie. Sie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen und ihre Nöte und Ängste hineinzuversetzen. Wenn man diese Fähigkeit nicht hat, dann ist es einem logischerweise egal, ob an der Unfallstelle ein Mensch verblutet, ob in Syrien ganz normale Menschen wie wir auch durch Bomben zerrissen oder ob Kinder auf Ihrer Flucht vor Hunger und Elend im Mittelmeer ertrinken und tot an die Strände von Europe gespült werden.

In jeder Gesellschaft gibt es und hat es immer einen Anteil Menschen gegeben, die mangels Empathie aus schlichtem Desinteresse oder auch zum eigenen Vorteil skrupellos mit anderen Menschen umgegangen sind.

Kann man eigentlich einen Zusammenhang zwischen den Rettungsgassenblockierern und den sogenannten Wutbürgern herstellen? Wenn man sich auf Facebook oder Twitter oder anderen Seiten im Internet bewegt, kann man durchaus auf diesen Gedanken kommen.

Wenn man da sieht, mit welchem Hass, mit welcher Kaltherzigkeit und Boshaftigkeit teilweise über andere Menschen geschrieben wird, dann sollten einen eigentlich Vorfälle wie die in dem Zeitungsbericht nicht mehr überraschen. Entsetzt ist man dennoch…

Und könnte man daran etwas ändern?

Wenn man der Theorie folgt, das Empathie in der Kindheit gebildet und ausgeformt wird, dann wäre eine liebevolle und sozial ausgerichtete Erziehung wichtig. Ob Eltern liebevoll sind, ist direkt schwer beeinflussbar, aber eine stärker sozial basierte Erziehung in Kindergärten und Schule wäre möglich und auch notwendig.

Damit sollte sich unsere Gesellschaft zumindest in eine Richtung entwickeln lassen, in der sich der Anteil an kaltherzigen, egoistischen Menschen insgesamt verringert.

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