Bomben auf Syrien – nach Gefühl oder Realpolitik?

Trump scheint tatsächlich berechenbarer zu sein, als die meisten gedacht haben.

Nicht im positiven Sinne, sondern darin, das man seine Reaktionen vorhersagen kann.

Zum einen scheint er tatsächlich alle seine Wahlversprechen einhalten zu wollen. Da sagt man sich doch als Wähler „Prima, endlich macht einer mal das, für was wir Ihn gewählt haben“.
„Normalen“ Politikern wirft man immer vor, das sie Ihre Versprechen nach der Wahl nicht einhalten, das sie von Wahlkampfmodus auf Realpolitik umstellen.

Dabei hat die Realpolitik etwas Gutes.

Sie ist das Ergebnis von Verhandlungen und Kompromissen, damit eine Politik gemacht wird, mit der sich alle Bürger arrangieren können. Alles andere würde nur auf eine Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft hinauslaufen, was keiner wollen sollte. Immerhin sind ständig Wahlen und wenn man heute auf der Gewinnerseite steht, dann kann man auch bald wieder auf der Verliererseite sein.

Im Bereich der Außenpolitik bedeutet Realpolitik, das man sein Handeln den Möglichkeiten anpasst und sich genau überlegt, welche Konsequenzen es haben kann.

Natürlich ist bei jedem als erstes das vorherrschende Gefühl, das Assad Regime für den vermutlichen Giftgasangriff zurück in die Steinzeit zu bomben. Danach scheint auch Donald Trump (leider verlässlich) zu agieren.

Aber wie geht es dann weiter?

Angriff, dann Gegenschlag. Schrittweise Eskalation. Noch mehr Tote, noch mehr Hass. Mehr und größere Waffen, noch mehr Tote. Weitere Kombattanten, noch mehr Tote.

Man bekommt ein Gefühl der Ohnmacht, weil man eigentlich nichts machen kann, was den Frieden einfach wiederherstellt, da die Situation so verfahren ist. Auch als Supermacht hat man Grenzen und kann nicht nach Belieben einen Schalter auf „Alles gut“ umstellen.

Also macht man das, was unter den gegebenen Umständen das bestmögliche ist, um die Situation in kleinen Schritten zu verbessern oder zumindest nicht zu verschlimmern.

Und manchmal ist ein militärisches Eingreifen tatsächlich das einzig mögliche, um schlimmeres zu verhindern.  Aber es muss immer wohldurchdacht und abgewogen sein.

Und genau dieses Erkennen eigener Grenzen und dementsprechend das sinnvollste unter ungünstigen Umständen zu machen, so falsch sich das vielleicht auch anfühlen mag, ist das einzig richtige.
Dieses Verhalten nennt sich Realpolitik.

Es bleibt zu hoffen, das Donald Trump seine Lektionen in Staatsführung lernt, bevor er mit der Macht seines Amtes die ganze Welt in den Abgrund reißt.

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